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Diversität und Kognition

Konferenz
“Diversität und Kognition. Sprach-, literatur- und medienwissenschaftliche Zugänge”

05. Februar - 07. Februar 2020, Technische Universität Dortmund Im Dortmunder U

Die AG Diversitätsstudien. Kognition, Literatur Medien Sprache an der TU Dortmund erforscht Diversität unter linguistischen sowie literatur- und medienwissenschaftlichen Gesichtspunkten. Die Konferenz zum Thema „Diversität und Kognition“ / „Diversity in Cognition“, die vom 5.-7. Februar 2020 im Dortmunder U stattfinden wird, bildet den Auftakt zu einer Tagungsreihe, die interdiszi­pli­näre und multimodale Zugänge für die kulturwissenschaftlichen Diversity Studies entwiwckeln wird. Bei dieser ersten Konferenz liegt das Erkenntnisinteresse auf dem Zusammenhang von Diversität und Kognition.

Das Konzept der Diversity Studies, wie es in der Literatur- und Medienwissenschaft Anwendung findet, basiert auf den seit den 1990er Jahren entwickelten Zugängen in der Minoritätsforschung sowie in den Postcolonial Studies, Gender Studies, Queer Studies und Disability Studies. Im Zentrum dieser Studien stand von jeher die für die Moderne konstitutive Bedeutung von Sprache für das Individuum und dessen Teilhabe an konstruktiven Prozessen des Verstehens, der Wissensgenerierung und der soziopolitischen Anerkennung. Jeder einzelne Zugang zur Analyse moderner soziokultureller Identitäts­diskurse, der den Aspekten der Hybridisierung, Differenzierung und Ästhetisierung gerecht werden wollte, trug zunehmend dem Umstand Rechnung, dass Identität und die Fragen nach möglicher Teilhabe stets von verschiedenen interdependenten Faktoren abhängig sind. Die Diskussion der klassischen Trias von gender, race, class gab bei dieser Ausdifferenzierung den wichtigen Impuls für die jüngere Forschung.

Dabei stellt das Diversitätskonzept nicht nur bestimmte Vorannahmen des individuellen, sozialen und wissenschaftlichen Wissens und Verstehens in Frage; vielmehr ziehen Diversity Studies den grundsätzlichen Anspruch einer subjektunabhängigen Welt- und Selbsterfassung in Zweifel und analysieren deren multifaktorielle und polyvalente Konstruiertheit. Beispiele hierfür sind die vermeintlich objektive Naturalisierung des Geschlechterbinarismus oder die kritischen Reflexionen zur konstruktiven Objektivität menschlicher Erkenntnis.

In der Sprachwissenschaft (Psycholinguistik, Soziolinguistik und Angewandter Linguistik) werden die Einflüsse der sprachlichen, kulturellen sowie individuellen Vielfalt auf kognitive Prozesse in unterschiedlichen Domänen zwar empirisch erforscht; der Anschluss an kulturwissenschaftliche Diskussionen muss jedoch weiter intensiviert werden: Wenn sprachliche, insbesondere grammatische Strukturen das individuelle Denken maßgeblich prägen und dadurch soziokulturelle Vielfalt entsteht, stellt sich die Frage nach den Auswirkungen dieser vielfältigen und sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren auf die Kognition sowie auf literarische, mediale und sprachliche Produktivität moderner Gesellschaften. Das (ursprünglich sozialwissenschaftliche) Konzept der super-diversity trägt zudem dem Umstand Rechnung, dass sich im Gefolge zunehmender Migration und Mobilität sowie der sich global intensivierenden Nutzung von Kommunikationstechnologien, Kategorien der Differenz nicht nur überlagern, sondern kategorienimmanent ausdifferenzieren.

Die Tagung gliedert sich in vier Panels, die sprach-, medien- und literaturwissenschaftliche Zugänge zu den kognitionswissenschaftlichen Diversity Studies diskutieren.

    Als Publikation ist ein Sonderband in der COGNITIO Reihe (Peter Lang Verlag) geplant.



    Nebeninhalt

    Diversity in Cognition