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Aufbruch in die Moderne (1890-1960): Gender Studies in der interdisziplinären Musikliteraturforschung

Projektlaufzeit: 01.07.2017 - 30.06.2020

Projektbeschreibung

Das Projekt „Aufbruch in die Moderne (1890–1960): Gender Studies in der interdisziplinären Musikliteraturforschung“ setzt sich methodologische, diskurskritische und historiographische Forschungsziele.  Zum einen sollen die Möglichkeiten und der Nutzen aktueller Entwicklungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Genderforschung im interdisziplinären Feld der Musikliteraturforschung zum 20. Jahrhundert ausgelotet werden. Zum anderen gilt es, unter kanonkritischen Gesichtspunkten die Werke musikliterarisch intensiv beforschter Autoren (wie Rainer Maria Rilke, Thomas Mann oder Thomas Bernhard) denjenigen weitgehend vergessener, jedoch musikalisch profund ausgebildeter Autorinnen gegenüber zu stellen. Nicht zuletzt wird im Projekt die Vernetzung unterschiedlicher Ansätze und Institutionen einer diversitätsorientierten Musikliteraturwissenschaft erprobt. Das Projekt geht in diesem Zusammenhang insbesondere Fragen der Autorschaftsforschung nach.

Das Projekt reagiert überdies auf die aktuellen Entwicklungen in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, Ansätze der Gender Studies multiplen Ansätzen aus der Intersektionalitäts- und Diversitätsforschung zu kombinieren oder sie damit abzulösen. Es schließt eine Forschungslücke zwischen Fin de Siècle und Postmoderne, um den Bogen von den bereits häufiger untersuchten musikliterarischen Diskursen des 19. Jahrhunderts zu den Neuansätzen nach 1960 schlagen zu können. Dabei gilt es zu prüfen, welche neuen Ergebnisse die Ablösung von Gender als alleinige Analysekategorie durch interdependente Kategorien wie Ethik, Alter, Religion, soziales Milieu u.a.m. zu liefern imstande ist. Ergebnisse einer genderorientierten Musikliteraturforschung zum 20. Jahrhundert sollen dabei auf Wandel und Kontinuität in der ästhetischen Kommunikation befragt werden.

Zentrale Fragen lauten zum Beispiel:

Unter welchen Umständen lebten die Komponistinnen, Pianistinnen, Sängerinnen und Pädagoginnen wie Anna Benfey-Schuppe, Clara Faißt, Auguste Götze, Anna Morsch, Annie Neumann-Hofer, Margarete Quidde oder Aline Valangin? Welche Professionalisierungsstrategien, die im Musikbetrieb nicht weiterverfolgt werden konnten, stehen ihnen im Literaturbetrieb zur Verfügung?

Welche sozialen Rollen haben sie als Ehefrauen, Gastgeberinnen (Salon, Schicht), Netzwerkerinnen (Briefe), Autorinnen (Pseudonyme, Honorare, Verlage) übernommen? Welche Gattungen und Genres haben die Autorinnen bedient, und inwiefern sind diese geschlechtsspezifisch geprägt? Wie ist dieser Befund in die Literaturgeschichtsschreibung der betreffenden Epochen (Realismus, Expressionismus, Neue Sachlichkeit u.a.m) einzuordnen? An welchen poetologischen und rhetorischen Traditionen schließen ihre Texte an? In welchem Verhältnis steht die intrikate Verknüpfung von Geschlechterdifferenz und Musik zu anderen identitären Aspekten wie sozialer Herkunft, Bildungsmilieu, Alter, Religion oder Ethnie?

 

Team

Projektleitung:  Prof. Dr. Sigrid Nieberle 

Ludmila Brune, B.A.

Bouchra El Amriti, B.A.

Jonas Gansau

Charlotte Lenger

Dr. Anna Olivari

 

Termine

 

12.12.2018

Gastvortrag Beatrix Borchard (HfMT Hamburg)
„Sängerin sein - Lektüren. Pauline Viardot-Garcia und George Sand“

 

5.-6.11. 2018

Workshop in der Universitätsbibliothek TU Dortmund
„Was macht eigentlich ... Shakespeares Schwester? Kritische Revisionen zur Künstler/innen/biographik“

 

4.-6.10.2018

Vortrag Sigrid Nieberle

„Geschliffene Biographeme. Binäre Konstellationen im autobiographischen

Musikerinnennachlass um 1900“, DFG-Tagung „Paare und Partnerschaftskonzepte in der Musikkultur des 19. Jahrhunderts", Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

 

25.4.2018

Vortrag Sigrid Nieberle

„Biographeme und Narrateme. Zur Erzählbarkeit von Paarkonstellationen“, Sophiensalon des Forschungszentrums Musik und Gender, Hochschule für Theater, Musik und Medien Hannover

 

 

 

Gefördert von der Mariann Steegmann Foundation

 

Projektleitung

Prof. Dr. Sigrid Nieberle

 

 


Nebeninhalt

Kontakt

Prof. Dr. Sigrid Nieberle
Professorin für neuere und neueste deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Gender und Diversität