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Mariann Steegmann-Gastprofessur für interdisziplinäre Diversitätsstudien: Dr. Cornelia Bartsch

Zum 1.10.2020 wurde an der Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund die Mariann Steegmann-Gastprofessur für Interdisziplinäre Diversitätsstudien eingerichtet. Für die auf zwei Jahre angelegte und aus Mitteln der Mariann Steegmann Foundation sowie der Fakultät finanzierte Gastprofessur konnte Dr. Cornelia Bartsch gewonnen werden.

Cornelia Bartsch ist Musik- und Kulturwissenschaftlerin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Musikgeschichte und -ästhetik vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart mit Schwerpunkten um 1800, um 1900 sowie in der Gegenwart, Geschlechterdifferenz und Diversität mit Bezug zur Musik, Musik und Erzählen, Transmedialität, insbesondere zwischen Musik, (bewegtem) Bild und Schrift, Musik und Szene, transkulturelle Musikgeschichte(n) im Machtgefüge des europäischen Kolonialismus, musikalische Wissensordnungen. Bartsch studierte Politologie und Germanistik an der FU Berlin, anschließend Schulmusik an der HdK Berlin. Nach dem 2. Staatsexamen war sie als wissenschaftliche Assistentin an der Universität der Künste Berlin tätig, wo sie mit einer Arbeit über „Fanny Hensel. Musik als Korrespondenz“ promoviert wurde. Danach folgte eine Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am musikwissenschaftlichen Seminar der Hochschule für Musik Detmold und der Universität Paderborn. Im Anschluss wechselte sie mit einem SNF-Projekt zur „Selbstaffirmierung und Othering in der europäischen Musikgeschichte“ an die Universität Basel (2011-2017). Zuletzt lehrte sie als Vertretungsprofessorin und Gastdozentin an Musikhochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

Ihr Forschungsprojekt „Musik – Intersektionalität – Diversität. Ästhetische Ordnungen und Wissensordnungen im frühen 20. Jahrhundert“ widmet sich der Frage nach der Bedeutung von Figuren des „Primitiven“ für die Konstruktion der Moderne in europäischen Avantgardebewegungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. An unterschiedlichen Beispielen wie der europäischen Jazz-Rezeption, dem modernen Tanz oder multimedialen Kunstformen der Avantgarden wird untersucht, wie Figuren des „Anderen“, insbesondere des „Weiblichen“, des „Ethnisch Anderen“ und des „Kindlichen“ zum Agens einer universalistisch gedachten Moderne werden. Der Begriff der Diversität wird hierbei auch auf die Aspekte der Zeit und der Schrift angewendet: auf die Verräumlichung der universalistisch gedachten, linearen Zeit der europäischen Aufklärung und auf die für die musikalischen Wissensordnungen konstitutive Vervielfältigung des Schreibens durch die neuen Technologien der Phonographie und der Kinematographie.

 

Das Projekt ist wird im engen Austausch mit dem Forschungsprojekt „Aufbruch in die Moderne“ unter Leitung von Prof. Dr. Sigrid Nieberle durchgeführt, das sich kanonkritische Untersuchungen zur Musikliteratur um 1900 unter intersektionalen Gesichtspunkten zum Ziel gesetzt hat. Nicht nur die Mitglieder der AG Diversitätsstudien freuen sich auf die neuen Möglichkeiten interdisziplinärer Kooperation und heißen Cornelia Bartsch herzlich willkommen!

 

Weitere Informationen bei der Sprecherin der AG Diversitätsstudien, Sigrid Nieberle, , bei Cornelia Bartsch, , und auf der Homepage der AG Diversitätsstudien: http://www.diversitaet.fb15.tu-dortmund.de.