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FJMB mit Vorträgen auf der EDULEARN 2019

Mit zwei Vorträgen aus nationalen und internationalen Forschungsprojekten war die FJMB/Dortmund vom 6.-8. Juli auf der EDULEARN auf Mallorca präsent. Gemeinsam mit über 700 Wissenschaftler*innen besprachen sie zwei Tage lang die Möglichkeiten der Digitalisierung für Unterrichtssituationen.

Mit zwei Vorträgen aus nationalen und internationalen Forschungsprojekten war die FJMB/Dortmund vom 6.-8. Juli auf der EDULEARN auf Mallorca präsent. Gemeinsam mit über 700 Wissenschaftler*innen besprachen sie zwei Tage lang die Möglichkeiten der Digitalisierung für Unterrichtssituationen.

Digitale Medienbildung: Lehrende denken zu wenig vom Lernenden aus.

Tatjana Vogel M.Ed. hat die Ergebnisse einer qualitativen Studie aus dem Kontext des EU-Projekts DigiLitEY vorgestellt. Dort waren auch deutsche Lehrkräfte zu ihrer eigenen Medienkompetenz und ihrer Perspektive auf unterrichtliche Medienbildungsprozesse befragt worden. Auf der Basis des europäischen Referenzrahmens EU DigiCompEDU (Reddecker 2017) wurden die Interviewaussagen kodiert. Ergebnis: Trotz eigener praktischer Mediennutzung im Alltag denken die Lehrkräfte zu wenig an produktive Lernmöglichkeiten ihrer Schüler*innen. Unterricht wird immer noch top-down geplant, ko-konstruktivistische Lernarrangements werden noch nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie Evaluationsmöglichkeiten zur internen Qualitätssicherung des eigenen Unterrichts, die digitale Medien sehr einfach ermöglichen.

Lehramtsstudierende brauchen mehr Wissen, Können und Reflexion zu eigenen Inszenierungen.

Malte Delere M.Ed. und Hanna Höfer-Lück haben auf der Basis einer eigenen Studie zum medialen Habitus von Lehramtsstudierenden die Theoriebasis zum neuen Zertifikat ISoLDE Inklusion-Spiel-digitale Medien vorgestellt. Hier sollen Studierende über theaterpädagogische Erfahrungen an spielerisches Lernen herangeführt werden. Dies ist methodische Grundlage für produktiv und partizipativ orientierte Medienbildung. Studierende zeigen zwar bisher ein intensives Nutzungsverhalte, dies ist aber eher rezeptiv orientiert oder beschränkt sich auf Aktivitäten in privaten Kommunikationsmedien. Gerade für inklusiven Unterricht ist jedoch eine spielerische und gemeinschaftliche Nutzung digitaler Medien lerntheoretisch sinnvoll.

Vernetzungen zur Diversitätsforschung

In sonnigem Ambiente nutzten die Mitglieder der Forschungsstelle die Möglichkeiten zur fachlichen Vernetzung. „Wir konnten viele Kolleg*innen ansprechen für interessante Kooperationen, sowohl im Bereich der Medienbildung als auch zur Forschung zu Genderthemen im Kontext der AG Diversitätsstudien“, resümiert Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke. „Es ist gut, dass sich internationale Projekte damit beschäftigen, wie gerade auch im Wissenschaftsbetrieb immer noch Frauen über mehr oder weniger subtile Strategien benachteiligt werden. Dazu gehört die Verhinderung von Lehrpreisen, die Ignoranz von Forschungsvorhaben oder auch bevormundende Kommunikation. Es wird höchste Zeit, dass solche Verhaltensweisen beim Namen genannt werden. Manches geschieht wie selbstverständlich: es war immer so und fällt niemandem mehr auf. Dass Frauen weniger häufig in Führungspositionen kommen, ist bereits bekannt und wird unter dem Terminus der glas ceiling beschrieben. Ein anderer Fokus auf Benachteiligung durch Niedrighalten und Bevormunden wird als “sticky floor” bezeichnet. Es ist gut, dass junge Menschen in Nachwuchspositionen beizeiten auf solche Mechanismen aufmerksam gemacht werden, um nicht selbst Täter oder Opfer zu werden,” erklärt Marci-Boehncke als Teamleiterin.

Digitale Medienbildung 4.0: Synthese von Geistes- und Naturwissenschaften

Außerdem, resümiert sie, scheint die in den Keynotes der Tagung proklamierte Verbindung geisteswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Kooperationen zum Verständnis von Digitalitaet in Lehr-/Lernprozessen in der Ausrichtung neuer Projektintitiativen eine zukunftsträchtige Perspektive zu sein. Erste Ideen dazu gibt es im Team bereits.

Von der Rückkehr zur Persönlichkeit: Charakter als Ausbildungsperspektive

Nicht nur für angehende Lehrkräfte macht sich ein neuer Trend in der Ausbildung bemerkbar. Nachdem lange von vielen Kritik am Weinertʼschen Kompetenzbegriff von 2001 geäußert wurde, weil die von ihm geforderte volitionale Komponente nicht empirisch messbar schien und damit eher ausgeklammert wurde, steht jetzt ganz umfänglich Charakterbildung als Ausbildungsziel im Kurs. Skills, Knowledge and Character werden als die Meta- Kompetenzen von Studierenden des 21. Jahrhunderts beschrieben. Dazu gehören Neugier, Mut, Umsicht, Verantwortung, Widerstandsfähigkeit und Führungskraft. “Mit unseren Projekten zu Haltungen und Beliefs sind wir da gerade sehr aktuell”, stellt das Team fest.